No body is perfect

Dies ist eine laufende Serie von Körpergefäßen. Sie sind eine Konsequenz meiner Recherche zum Thema "Bodypositivity" (dt.: Körperpositivität/Selbstliebe). Autoren wie Naomi Wolf und Megan Jane Crabbe beschäftigen sich schon seit langem mit der Liebe zum eigenen Körper, besonders als Form der Gegenbewegung zu sozial anerzogenen Normen, die fast ausschließlich einen schlanken und trainierten Körper als gesund, erfolgreich, diszipliniert und vor allem schön festlegen. Ein dicker Körper hingegen wird oft als krank, leistungsschwach, undiszipliniert und hässlich wahrgenommen. Die Grundregeln dafür saugen wir mit der Muttermilch auf. Schon früh wird unser Essverhalten und unsere Figur von außen bewertet. Etwa durch Aussagen wie "Iss nicht so viel Süßes, du hast schon einen dicken Hintern" oder "Vielleicht solltest du etwas abnehmen, dann klappt es später auch mit den Jungs besser". Die Folge sind Diäten, ein beschädigtes Selbstwertgefühl, Hass der sich gegen den eigenen Körper richtet, ein ungesundes Verhältnis zu Nahrung und im schlimmsten Fall eine Essstörung, die in extremen Fällen zum Tod führen kann. Aber wofür? Offenbar um einem utopischen Körperideal zu entsprechen. Anstatt alle Körper zu akzeptieren  wie sie sind und den Körper für die Funktionen zu bewundern mit denen er uns am Leben hält und uns ermöglicht die Dinge zu tun, die uns glücklich machen, wird er auf das Außere reduziert und mit einem Ideal verglichen, das wir nie erreichen können.
Die Körpergefäße aus der Arbeit "No body is perfect" wollen alle Körperformen sichtbar machen. Nicht nur die weiblichen, schlanken, sportlichen, weißen, sondern auch die dicken, fetten, Cellulite behafteten, dehnungsstreifenreichen, hängebrüstigen, männlichen, weiblichen, transgender,... Körper, denen wir jeden Tag begegnen. 
Der Prozess des Formens dieser Körpergefäße hat mir verdeutlicht wie schön und anerkennenswert jeder Körper ist. Egal welchen Geschlechts oder Alters. Die intime Beziehung, die ich während dem Schaffen der Körper zu ihnen aufbaue will ich an den Betrachter weitergeben. Daher muss die Präsentation dieser Skulpturen zugleich auch eine Interaktion mit dem Betrachter beinhalten. Durch langes polieren ist der Ton sehr glatt, glänzend und hat hautähnliche Textur, er läd zum anfassen, fühlen, wahrnehmen ein. 

No body is perfect (Gruppenansicht)

No body is perfect (Gruppenansicht)

2018 (laufendes Projekt)

Steinzeug, poliert, unglasiert

1000 °C, Oxidation

Höhe und Ø variabel

No body is perfect

No body is perfect

2018 (laufendes Projekt)

Steinzeug, poliert, unglasiert

1000 °C, Oxidation

Höhe und Ø variabel

No body is perfect

No body is perfect

2018 (laufendes Projekt)

Steinzeug, poliert, unglasiert

1000 °C, Oxidation

Höhe und Ø variabel

No body is perfect

No body is perfect